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Institut für Physiologie und Pathophysiologie

Arbeitsgebiete

Sauerstoffmangel im Gehirn

Unsere Arbeitsgruppe untersucht, welche Folgen Sauerstoffmangel (Hypoxie) im Gehirn hat. Die Gewebehypoxie im Gehirn ist ein zentrales Problem bei verschiedenen Erkrankungen, so bei Ischämie (Schlaganfall), Tumoren, Schädel-Hirn-Verletzungen, Höhenkrankheit und Epilepsie. Die Minderversorgung der Zellen mit Sauerstoff kann durch ein vermindertes Angebot oder einen gesteigerten Verbrauch bedingt sein. Deshalb steht das neurovaskuläre Zusammenspiel, das auch die glialen Zellen mit einschließt, im Zentrum unseres Interesses. Im Speziellen untersuchen wir zwei hypoxiebedingte Vorgänge: 1) die Aktivierung endogener Faktoren, welche Nervenzellen vor dem Absterben bewahren oder regenerieren (Neuroprotektion und Neurogenese) und 2) die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke mit Ausbildung eines Hirnödems. Wir nutzen verschiedene in vivo Versuchsmodelle (Hypoxiekammer, Ischämiemodelle), welche auch transgene Tiere umfassen, und kombinieren sie mit modernen molekularbiologischen Methoden. Wir hoffen, aus der Analyse und Charakterisierung dieser endogenen Schutzreaktionen Hinweise für neue therapeutische Maßnahmen für den Menschen zu finden.

 

1) Neuroprotektion und Neurogenese


Die Gewebehypoxie wird von verschiedenen Sauerstoffsensoren (Prolylhydoxylasen, PHD) registriert, welche dann über eine Aktivierung spezifischer Transkriptionsfaktoren (hypoxia-inducible factors, HIF) zur Induktion von neurogenen und neuroprotektiven Faktoren, wie zum Beispiel Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF) oder Erythropoietin (Epo), führen. Ziel unserer Forschung ist es, diese Mechanismen im Detail zu verstehen und sie positiv zu beeinflussen.




Hirn-spezifische Überexpression von VEGF vermindert die Größe der Infarkt-Region (heller Bereich). Quantifizierung der Infarkt-Größe an Cresylviolett-gefärbten Schnitten von Hirngewebe ergab bei VEGF-transgenen Mäusen (VEGF-tg) im Vergleich zu nicht-transgenen Kontrollen aus dem gleichen Wurf (ntg) eine signifikante Verminderung um 40%.

 

aus Wang et al.; Brain (2005); 128: 52-63

2) Blut-Hirn-Schranke


VEGF hat neben seinen positiven Eigenschaften (Neuroprotektion, Neurogenese, Angiogenese) aber einen nachteiligen Effekt auf die Blut-Hirn-Schranke (BHS), der den unmittelbaren therapeutischen Einsatz schwierig macht: VEGF führt zur Öffnung der BHS und damit zur Ausbildung eines Hirnödems. Wir untersuchen die molekularen Mechanismen dieser Öffnung durch Charakterisierung der Vorgänge an den endothelialen Zell-Zell-Kontakten (Tight Junctions) und der extrazellulären Matrix mit dem Ziel, durch Intervention die Ödembildung zu reduzieren, ohne die positiven neuroprotektiven Eigenschaften zu verlieren.

 


Hypoxie führt zu einer Neuordnung des  Tight Junction-Proteins Occludin und zur Bildung von Lücken. Mäuse wurden für 48 Stunden 20% (Kontrolle) oder 8% Sauerstoff (Hypoxie) ausgesetzt. Coronale Hirnschnitte wurden immunhistochemisch für Occludin (grün) und CD31 (rot) , und Kerne mit DAPI (blau) gefärbt. Dreidimensionale Rekonstruktion nach Konfokaler Mikroskopie zeigt eine Neuordnung von Occludin und die Bildung von Lücken (Pfeilspitzen) nach Hypoxie, im Vergleich zur durchgängigen, eindeutig linearen Färbung (Pfeile) in Kontrollen.

 

aus Bauer et al.; J Cereb Blood Flow Metab (2010); 30: 837-848.





Neue Publikationen

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Inhibition of cardiac Kv4.3 (Ito) channel isoforms by class I antiarrhythmic drugs lidocaine and mexiletine. Eur J Pharmacol. 2020 Aug 5;880:173159. doi: 10.1016/j.ejphar.2020.173159. Epub 2020 Apr 29.

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Neuronal gamma oscillations and activity-dependent potassium transients remain regular after depletion of microglia in postnatal cortex tissue. J Neurosci Res. 2020 Jul 7. doi: 10.1002/jnr.24689. Online ahead of print.

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Marfan-Syndrom: Eine therapeutische Herausforderung für die Langzeitbehandlung (3/3). Medinlux. 2020 Jun;6:16-20. Review.

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Amyloid, APP, and Electrical Activity of the Brain. Neuroscientist. 2020 Jun;26(3):231-251. doi: 10.1177/1073858419882619. Epub 2019 Nov 29.

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Selective inhibition of mitochondrial respiratory complexes controls the transition of microglia into a neurotoxic phenotype in situ. Brain Behav Immun. 2020 May 21. pii: S0889-1591(20)30209-9. doi: 10.1016/j.bbi.2020.05.052. [Epub ahead of print]

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Synchronicity of excitatory inputs drives hippocampal networks to distinct oscillatory patterns. Hippocampus. 2020 May 15. doi: 10.1002/hipo.23214. [Epub ahead of print]

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Vascular Signaling in Allogenic Solid Organ Transplantation - The Role of Endothelial Cells. Front Physiol. 2020 May 8;11:443. doi: 10.3389/fphys.2020.00443. eCollection 2020. Review.

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Plant "intelligence" changes nothing. EMBO Rep. 2020 May 6;21(5):e50395. doi: 10.15252/embr.202050395. Epub 2020 Apr 16.

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Marfan-Syndrom: Eine therapeutische Herausforderung für die Langzeitbehandlung (2/3). Medinlux. 2020 May;5:16-23. Review.

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Functional association of a CD40 gene single nucleotide polymorphism with the pathogenesis of coronary heart disease. Cardiovasc Res. 2020 May 1;116(6):1214-1225. doi: 10.1093/cvr/cvz206. Epub 2019 Aug 2.

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Risk and protective factors for post-thrombotic syndrome after deep venous thrombosis. J Vasc Surg Venous Lymphat Disord. 2020 May;8(3):390-395. doi: 10.1016/j.jvsv.2019.10.012. Epub 2019 Dec 14.

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Mild metabolic stress is sufficient to disturb the formation of pyramidal cell ensembles during gamma oscillations. J Cereb Blood Flow Metab. 2019 Dec 16:271678X19892657. doi: 10.1177/0271678X19892657. [Epub ahead of print

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The mitochondrial calcium uniporter is crucial for the generation of fast cortical network rhythms. J Cereb Blood Flow Metab. 2019 Nov 13:271678X19887777. doi: 10.1177/0271678X19887777. [Epub ahead of print]


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