Standardisierte Patienten in Lehre und Prüfung
Im Rahmen des reformierten praxisnahen Studiengangs Medizin (HEIdelberger CUrriculum MEDicinale, kurz HEICUMED) wird seit 2001 auch an der Universität Heidelberg mit Standardisierten Patienten, kurz SP, gearbeitet. SPs sind Laienschauspieler, die in Lehre und Prüfung vielseitig einsetzbar sind und dem unterrichtenden Arzt unterstützend zur Seite stehen.
Standardisierte Patienten in der Lehre
Eine der zentralen Arbeiten mit Schauspielern in Heidelberg ist das Kommunikationstraining für Studenten. Das innovative Projekt wird unter dem Namen Medi-KIT (Kommunikations- und Interaktionstraining in der Medizin) angeboten und besteht im Wesentlichen aus folgenden Schritten:
- Der auf Video aufgezeichneten Übung von Arzt (Student)-Patient (SP)-Gesprächen in Kleinstgruppen.
- Der Selbstreflexion des Studierenden anhand der Videoaufzeichnung.
- Dem Feedback des Standardisierten Patienten sowie der beobachtenden Kommilitonen und Dozenten.
Aber auch bei anderen Dozententätigkeiten sind Schauspieler als Patienten eine wertvolle Ergänzung zum bisherigen Frontalunterricht. In Seminaren verschiedenster Fachrichtungen lockert ihr spielerischer und dennoch realitätsbezogener Einsatz die bisherigen Lehrveranstaltungen auf und hilft den Studenten praxisnah zu lernen, ihr Wissen klinikbezogen anzuwenden und zu erweitern. Anders als einen realen Patienten kann man den SP jederzeit in den Unterricht einplanen, denn seine Vorzüge liegen in der Verfügbarkeit, der Wiederholbarkeit des Einsatzes, der Kontrolle über die gewünschten Lernziele, der Flexibilität (Unterbrechung/Diskussion/Wiederholung) und Direktheit eines trainierten Feedback.
Standardisierte Patienten in mündlich-praktischen Prüfungen in der Medizin
In mündlich-praktischen Prüfungen, vor allem den Objectiv Structured Clinical Examinations (OSCE) sind die eingesetzten SPs in Hinblick auf Reliabilität von hohem Stellenwert. Nicht nur, dass sie ihre Rollen beliebig oft spielen können und so die Anzahl der zu prüfenden Studenten kein Problem mehr darstellt, vor allem sind damit die tatsächlichen praktischen und kommunikativen Leistungen der Prüflinge im Vergleich mit Hilfe einer Checkliste objektiv zu bewerten und zu benoten.
Die SPs des Heidelberger Programms werden bei universitätsinternen OSCE-Prüfungen eingesetzt, aber auch an den Akademischen Lehrkrankenhäusern im Anschluss an die Blockpraktika.
Das Kompetenzzentrum für Prüfungen in der Medizin nutzt SPs auch in Workshops, welche Dozenten in neuen Prüfungsformen schulen.
Falls Sie neugierig geworden sind und gerne wissen möchten
- Woher bekomme ich SPs?
- Wie schreibt man eine SP-Rolle?
- Wie erstelle ich eine Checkliste?
- Wie entwickelt man einen OSCE?
- Wie sieht es mit der Organisation aus?
- Was für Kosten kommen auf mich zu?
dann stehen wir Ihnen gerne mit unserem Knowhow zur Verfügung. Wir bieten regelmäßige Workshops zu diesen Fragen an. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf unseren Seiten Services des KomP Med und Termine / News.


