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Gesundheit, demographischer Wandel und Wohlergehen

 

Um drängende weltweite, gesellschaftliche Herausforderungen wie den Klimawandel, eine alternde Bevölkerung oder die Ressourcenknappheit zu bewältigen, sind intelligente Investitionen, insbesondere in Forschung und Innovation von entscheidender Bedeutung. Deshalb sind in Horizont 2020 sieben gesellschaftliche Herausforderungen präzisiert, in denen Forschungs- und Innovationsprojekte gefördert werden können.

Zur Lösung dieser großen gesellschaftlichen Herausforderungen müssen Wissen und Erfahrungen aus verschiedensten Disziplinen zusammengeführt werden. Daher sollen auch weiterhin, wie bereits im 7. Rahmenprogramm, interdisziplinäre Forschungsverbünde gefördert werden.

 

Eine der durch die EU identifizierten gesellschaftlichen Herausforderungen ist der Bereich „Health, demographic change and wellbeing“.

 

Förderfähig in diesem Bereich sollen dabei Projekte sein, „die das gesamte Spektrum der Forschungs- und Innovationszyklen abdecken. Der demografische Wandel hat vielfältige Auswirkungen auf Medizin, Pflege und Gesundheitssysteme und stellt damit eine der größten Herausforderungen unserer Zeit dar. Das Verständnis von Altern hat sich gewandelt. Altern wird nicht mehr als Krankheit oder finales Stadium des Lebens verstanden, sondern als Prozess (aktives und gesundes Altern), in dem Prävention und Gesundheitsvorsorge in jedem Alter sinnvoll ist. Dementsprechend sieht Horizont 2020 vor, dass – anders als in FP7 - Fördermöglichkeiten in den Bereichen Prävention und Gesundheitsförderung gleiche Priorität haben wie in den Bereichen Krankheitsdiagnose und -behandlung. Im Unterschied FP7 wird in Horizont 2020 die Einteilung des Gesundheits-Bereiches in verschiedene Krankheiten wegfallen. [Quelle: Nationale Kontaktstelle Lebenswissenschaften]

 

Das durch die EU-Kommission für die Jahre 2016 und 2017 veröffentlichte Arbeitsprogramm wird folgende Struktur haben:
 

Personalised Medicine

  • Understanding health, well-being and diseases
  • Preventing disease
  • Treating and Managing disease
  • Active ageing and self-management of health
  • Methods and data
  • Health care and integrated care

Co-ordination activities

Other actions

 

 

In „Health, demographic change and wellbeing“ werden primär folgende Förderinstrumente eingesetzt:

 

I: Research and Innovation Action (RIA)

(Forschungs- und Innovationsmaßnahmen)

  • Im Arbeitsprogram 2014/2015 hauptsächliches Förderinstrument
  • Entwicklung von neuem Wissen
  • Untersuchung der Machbarkeit
  • Grundlagen- und angewandte Forschung, Technologieentwicklung und -integration
  • begrenzte Demonstrations- und Pilotaktivitäten unter realen Bedingungen (operative Umgebung)

Förderung für alle beteiligten Partner: 100% der direkten Projektkosten

 

II: Innovation Action (IA)

(Innovationsmaßnahme)

  • Pläne, Schemata, Entwürfe für neue, veränderte oder verbesserte Produkte, Verfahren, Dienstleistungen
  • Prototypen, Demonstrations- und Pilotmaßnahmen
  • Marktumsetzungsprojekte
  • groß angelegte Produktvalidierungen in operativer Umgebung
  • keine Forschung!

Förderung für alle Partner: 70% // Universitäre Partner (öffentliche Einrichtungen) erhalten auch hier 100% der direkten Projektkosten erstattet.

 

III: Coordination & Support Action (CSA)

hauptsächlich begleitende Maßnahmen in Form von

  • Standardisierungen
  • Verbreitung
  • Vernetzung
  • Awareness-raising und Kommunikation
  • Unterstützungsaktivitäten
  • Gegenseitiges Lernen
  • Policy Dialoge
  • Kleinere Studien

Förderung für alle beteiligten Partner = 100%

 

IV: SME-Instrument

Instrument für Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)

Phase 1:
Machbarkeitsstudie um die technologische und wirtschaftliche Rentabilität einer Innovationsidee zu belegen

  • typische Elemente: Risikobewertung, Marktstudien, IP-Analyse
  • Businessplan I
  • bis zu 50.000 EUR / Dauer: 6 Monate
  • Ergebnis: Ausgeweiteter Businessplan

Phase 2:
Innovationsprojekte mit hohem Potential im Rahmen von Unternehmenswettbewerb und -wachsturn

  • Demonstrationsprojekte, Prototypen, Scale up
  • begleitet von einem strategischen Businessplan
  • Aktivitäten nahe der Markteinführung, TRL 6 oder höher
  • 1-5 Mio. EUR / Dauer: 12-24 Monate

Phase 3:
Follow-up Maßnahmen / Kommerzialisierung

  • keine direkte Förderung durch EU

 

Vereinzelt werden auch Preise, ERA-Nets, vorkommerzielle Auftragsvergaben usw. ausgeschrieben, diese Maßnahmen finden Sie im Arbeitsprogramm jeweils unter „other actions“. 

 

Ansprechpartnerin der Medizinischen Fakultät Heidelberg für die Beratung der Ausschreibungen ist Frau Martina Manns, Tel. +49 6221 568438, E-Mail: Martina.Manns@med.uni-heidelberg.de.