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Institut für Physiologie und Pathophysiologie

Gruppe Hecker

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Gruppenmitglieder

Die mechanische Belastung vaskulärer Endothelzellen und glatter Gefäßmuskelzellen durch Blutdruck (Wandspannung) und Blutfluss (laminare Schubspannung) ist ein wesentlicher Faktor bei der Regulation der Durchblutung und, bei supra-physiologischen Werten, des Phänotyps vaskulärer Zellen und somit der Gefäßwandstruktur.

Unsere Gruppe beschäftigt sich mit den Mechanismen und Konsequenzen dieser mechanischen Belastung und konzentriert sich hierbei auf zwei Fragestellungen. Zum einen analysieren wir die Rolle des zytoskelettalen Proteins Zyxin beim druckinduzierten Gefäßwandumbau, zum anderen untersuchen wir, wie das humane endotheliale NO-Synthase-Gen nos-3 und einige klinisch relevante Varianten auf Schubspannung und andere Stimuli reagieren.

Hintergrund: Mechanische Kräfte im Gefäßsystem

Im Blutgefäß spielen mechanische Reize, vor allem bedingt durch die auf Endothelzellen einwirkende laminare Schubspannung und die Laplace Wandspannung, die sowohl Endothel- als auch glatte Muskelzellen beeinflusst, eine wichtige Rolle bei der Regulation des Blutflusses und der dauerhaften Homöostase des Gefäßsystems (Abbildung 1).

Abbildung 1: Primäre Kräfte, die Gefäßtonus und vaskuläre Homöostase modulieren. Während die laminare Schubspannung (τ) durch Blut-Viskosität (η), laminare Strömung (Q) und den Kehrwert des Gefäßradius (r) definiert wird, hängt die Laplace Wandspannung vom transmuralen Druck (ptm), Radius (r) und Kehrwert der Wanddicke des Gefäßes (d) ab.

Da beide Kräfte entgegengesetzt vom Gefäßdurchmesser abhängen, regulieren sie den Gefäßtonus und damit den Blutfluss als Antagonisten. Dies ist bis in die molekularen Mechanismen gut untersucht, die z. B. auf Stickstoffmonoxid (NO) und dem gefäßverengenden Peptid Endothelin-1 basieren. Aber obwohl die langfristigen Auswirkungen einer veränderten Schub- und Wandspannung, wie sie z. B. bei der druckinduzierten arteriellen Hypertrophie/Hyperplasie bei Patienten mit Bluthochdruck zu beobachten sind, auf die Struktur der Gefäßwande gut dokumentiert sind, sind die Signalwege, die diesen Prozessen zugrunde liegen, noch nicht charakterisiert. Unsere Gruppe konzentriert sich auf zwei Projekte, um die Auswirkungen von Wandspannung und laminarer Schubspannung auf die Genexpression und Regulation des Phänotyps der Endothel- und glatten Muskelzellen zu analysieren.

Zyxin als Umwandler mechanischer Reize in vaskulären Zellen

In diesem Projekt analysieren wir den Mechanismus, über den die Wandspannung in vitro und in situ zu Veränderungen im Phänotyp vaskulärer Zellen führt, wenn sie supra-physiologische Werte annimmt. Obwohl bei der vaskulären Reaktion auf eine erhöhte Wandspannung auch allgemeine Signaltransduktionswege eine Rolle spielen, ist die Wandspannung/Druck-induzierte Translokation des Zytoskelettproteins Zyxin und die durch Zyxin vermittelte Änderung der Genexpression ein wichtiger Teil dieses Prozesses. Es ist damit die erste Beschreibung eines Proteins, das für die Mechanotransduktion in vaskulären Zellen spezifisch ist. Derzeit analysieren wir, wie die Wandspannung Zyxin aktiviert und welche Mechanismen bei der spannungsinduzierten, Zyxin-vermittelten Genexpression aktiv sind (Abbildung 2).

Abbildung 2: Zyxin in statischen und gestreckten Endothelzellen. In ruhen- den Zellen ist Zyxin (rot) in den fokalen Adhäsionen (FA; gelb) lokalisiert. Zyk- lische Dehnung führt zur Translokation von Zyxin in den Nukleus (Nu, blau). Paxillin (grün) kolokalisiert mit Zyxin ausschließlich in fokalen Adhäsionen, aber nicht im Zellkern (nach Streckung). (konfokale Aufnahme)

Schubspannungsabhängige Regulation der NOS3-Expression in Endothelzellen

Das zweite Projekt befasst sich mit den Mechanismen der durch die laminare Schubspannung induzierten Hochregulation der Expression der endothelialen NO-Synthase (NOS3). Das Enzym bzw. seine hohe Expression bei Schubspannung tragen wesentlich zur Aufrechterhaltung der Endothelfunktion bei. Diesen Umstand unterstreicht die Tatsache, dass eine häufige Variante des humanen NOS3-Gen-Promotors mit einem einzelnen Nukleotid-Austausch in Position -786 unempfindlich für die laminare Schubspannung ist und dass diese Variante einen Risikofaktor für die Entwicklung der koronaren Herzkrankheit und der rheumatoiden Arthritis darstellt. Derzeit versuchen wir zu verstehen, wie die NOS3 Genexpression normalerweise als Reaktion auf die laminare Schubspannung gesteigert wird und wie der Austausch eines einzelnen Nukleotids zur Unempfindlichkeit gegenüber Schubspannung und anderen induzierenden Faktoren führt. Antworten auf beide Fragen könnten eine Strategie aufzeigen, um die Expression von NOS3 unabhängig von der laminaren Schubspannung zu stabilisieren und damit eine endotheliale Dysfunktion und letztlich die Entwicklung einer Atherosklerose zu verhindern.


24.10.2017       13:30   /   INF 327, Seminar Room 1

 

Hypoxia and uterine contractions: Something old and something new

Prof. Dr. Susan Wray

Dept. of Cellular and Molecular Physiology, University of Liverpool, United Kingdom

  

24.10.2017       18:00   /   INF 410 (Med. Clinic), Auditorium

 

Calcium in the heart: in and out of control

Prof. Dr. David Eisner

Manchester Institute for Collaborative Research on Ageing, University of Manchester, United Kingdom


(seminar of Heidelberg University Hospital and German Center for Cardiovascular Disease (DZHK); host: Prof. Dr. M. Hecker, Inst. of Physiology and Pathophysiology, Heidelberg University)

  

Neue Publikationen

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AP-1 Oligodeoxynucleotides Reduce Aortic Elastolysis in a Murine Model of Marfan Syndrome. Mol Ther Nucleic Acids. 2017 Dec 15; 9: 69–79. Epub 2017 Sep 20. doi: 10.1016/j.omtn.2017.08.014

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Allosteric inhibition of carnosinase (CN1) by inducing a conformational shift. J Enzyme Inhib Med Chem. 2017 Dec;32(1):1102-1110. doi: 10.1080/14756366.2017.1355793.

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Transcription factor decoy technology: a therapeutic update. Biochem Pharmacol. 2017 Nov 15;144:29-34. doi: 10.1016/j.bcp.2017.06.122. Epub 2017 Jun 19. Review.

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Subtype-specific differentiation of cardiac pacemaker cell clusters from human induced pluripotent stem cells. Stem Cell Res Ther. 2017 Oct 16;8(1):229. doi: 10.1186/s13287-017-0681-4.

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Heteromeric channels formed by TRPC1, TRPC4 and TRPC5 define hippocampal synaptic transmission and working memory. EMBO J. 2017 Sep 15;36(18):2770-2789. doi: 10.15252/embj.201696369. Epub 2017 Aug 8

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NO-sGC Pathway Modulates Ca2+ Release and Muscle Contraction in Zebrafish Skeletal Muscle. Front Physiol. 2017 Aug 23;8:607. doi: 10.3389/fphys.2017.00607. eCollection 2017.


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