Institut für Geschichte und Ethik der Medizin

 

 

Uniform und Eigensinn. Militarismus, Weltkrieg und Kunst in der Psychiatrie (abgeschlossen)

 

Förderung: Volkswagenstiftung
Kooperationsprojekt der Sammlung Prinzhorn und des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin Heidelberg
Projektleitung: PD Dr. Thomas Röske und Co-Leitung durch Sabine Hohnholz und Prof. Dr. Maike Rotzoll
Projektmitarbeiter*innen Dr. Sonja Frohoff, Kasja Majer, Christoph Bartz-Hisgen
Projektlaufzeit: 2013–2018

 

Kunst und Krieg – gerade im Hinblick auf den Ersten Weltkrieg fand und findet dieses Thema erhebliche Beachtung in Forschung und Öffentlichkeit. Dass auch psychiatrische Anstaltspatient*innen auf den Krieg reagierten, ist wenig bekannt. Fast vollständig unerforscht ist, wie sie sich künstlerisch dem Thema näherten und welches inhaltliche Spektrum ihre bildlichen und textlichen Reaktionen umschließen. Diese Forschungslücke sollte hundert Jahre nach Kriegsausbruch das Projekt an der Heidelberger Sammlung Prinzhorn schließen. Es kooperierte mit dem Militärhistorischen Museum Dresden. Die zentrale Hypothese lautet: Die eigenwilligen künstlerischen Antworten von Anstaltspatient*innen auf Militarismus und Krieg spiegeln nicht nur Stimmungen und Themen der gesamten Zivilgesellschaft im damaligen deutschen Reich wider, sondern bündeln sie in der Art eines Brennglases oder verzerren sie zur Kenntlichkeit. Die Ergebnisse der Erforschung von Malereien, Zeichnungen, Skulpturen und so genannten Egodokumenten (Briefe, Texte, Gedichte) wurden in einem Katalog und in einem Aufsatzband zusammengefasst und in einer Ausstellung (Dresden 6-10/2014, Heidelberg 10/2014 bis 2/2015) visualisiert. Eine abschließende Tagung präsentierte sie zudem einer wissenschaftlichen Fachöffentlichkeit aus Kunst- und (Medizin-)Geschichte.

https://portal.volkswagenstiftung.de/search/projectDetails.do?ref=87147