Studium an der Medizinischen Fakultät

Medizinische Entscheidungsbildung - Mehr Sicherheit auf unsicherem Terrain

Track-Koordinator  

Prof. Dr. med Feraydoon Niroomand
Prof. Dr. med. Daniel Gotthardt
Dr. med. Franziska Bäßler

Beteiligte Fachbereiche   


  • Innere Medizin
  • Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin
  • Geschichte der Medizin und Medizinethik
  • Medizinrecht
  • Medizinische Biometrie
  • Chirurgie
  • Klinische Pharmakologie
  • Allgemeinmedizin
  • Zentrum für Informations- und Medizintechnik (ZIM)
  • Klinikumsverwaltung
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)

Sekretariat   

AG Kommunikation
Dr. Franziska Bäßler

Alte Frauenklinik Voßstr. 9/2
69115 Heidelberg (Bergheim)
Franziska.Baessler@med.uni-heidelberg.de
Tel.:  06221/34688
Sprechzeiten nach Vereinbarung

Beschreibung des Tracks   

 

Der Wahlfachtrack Medizinische Entscheidungsbildung ist in drei Blöcke, Medizinische Entscheidungsbildung, Digitale Medizin und Reproduktionsmedizin, aufgegliedert.

Das Herausstellungsmerkmal des Arztberufes ist die Vielzahl und Komplexität der Entscheidungen, die bei der Behandlung von Patienten getroffen werden müssen. Das Sicherheitsbedürfnis von Ärzten und Patienten unterminiert diesen Umstand gerne. Letztlich führt aber das Ignorieren der Ungewissheit in der Medizin zu einer Verunsicherung auf beiden Seiten, einem wachsenden Misstrauen der Patienten sowie Depression und burn-out bei Ärzten. Themen wie Evidenz-basierte Medizin, personalisierte Medizin, medizinische Entscheidungshilfen, Nutzen-Risiko-Abwägung, medizinische Behandlungsfehler, „shared decision making“, „uncertainty“, Bias (kognitive Verzerrungen) oder die Initiative „choosing wisely“, beherrschen zunehmend die Diskussionen, wie die Medizin der Zukunft aussehen soll. Sie machen deutlich, dass ein tiefer greifendes Verständnis der Grundlagen medizinischen Handelns unerlässlich für eine gute Medizin geworden ist.

 

Medizin ist eine Wissenschaft der Ungewissheiten und die Kunst des Möglichen (Medizinische Entscheidungsbildung)

Dieser Kurs widmet sich dem VERSTEHEN der Medizin. Er durchleuchtet die wissenschaftlichen Grundlagen, erklärt den Brückenschlag zwischen Wissenschaft und individuellem Patienten, deckt die Ursachen von Behandlungsfehlern auf und zeigt wie man sie vermeidet, lehrt das Verstehen und den richtigen Umgang mit Ungewissheit, thematisiert die sich daraus ableitende Arzt-Patienten Kommunikation, legt Grenzbereiche offen, und eröffnet eine Perspektive auf zukünftige Entwicklungen der Daten- und Informationsverarbeitung. Neben den Grundlagen der Digitalen Medizin werden auch zukunftsgerichtete Anwendungs- und Forschungsansätze dargestellt, die den Arzt in seiner Entscheidungsfindung unterstützen können und potentiell die ärztliche Tätigkeit nachhaltig verändern werden. Alle Themen werden praxisnah anhand von Fallbeispielen aus dem Klinikalltag erörtert. Aus dem Erlernten werden praktische Tipps für die Bewältigung  der klinischen Aufgaben entwickelt.

 

E-Health + künstliche Intelligenz in der Medizin (Digitale Medizin)

Precision Medicine, Mobile Health, Artificial Intelligence, Big Data, Patient Engagement u.v.m. sind spannende und teils kontroverse Elemente der Digitalisierung der Medizin. Anhand aktueller wissenschaftlicher Arbeiten und Projekte erhalten Sie einen fundierten Einblick in neue Technologien, auch hinsichtlich ethischer und rechtlicher Gesichtspunkte. Die digitale Transformation der Medizin zu beurteilen und zu gestalten ist eine zentrale Aufgabe für das Gesundheitssystem der Gegenwart und Zukunft.

 

Reproduktionsmedizin: Die Brücke zwischen Biologie, moderner Medizin und Ethik

Der Einfluss der Reproduktionsmedizin hat in den letzten Jahren immer stärker zugenommen. Es wird ein spannender Einblick in die heutigen Möglichkeiten gegeben, unter anderem ethische Aspekte von unerfülltem Kinderwunsch, Social Freezing und Präimplantationsdiagnostik und eine Hospitation in einem IVF-Labor.


 

 

Vorrangige Lernziele

Nach dem Track sind Sie in der Lage:

  • die wissenschaftlichen Grundlagen der Medizin zu beschreiben und zu bewerten
  • Nutzen-Risiko Bewertungen durchzuführen
  • die wesentlichen Faktoren der Medizinischen Entscheidungsbildung darzustellen
  • die Mechanismen der Fehlerentstehung und Vermeidung zu beschreiben
  • Arzt-Patienten-Kommunikation zu beschreiben
  • Grundlagen und aktuelle Aspekte zu den Entwicklungen der Digitalen Medizin zu beschreiben
  • ethische Fragestellungen in dem Schwerpunkt der Reproduktionsmedizin zu diskutieren