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Nummer: 125/2017 vom 14.11.2017

Von der "Narkosestaffel" zum eigenständigen Fach: 50 Jahre Heidelberger Anästhesiologie

Professor Dr. Otto H. Just (erster Ordinarius für Anästhesiologie) während einer Vorlesung für Studenten im großen Hörsaal der Chirurgischen Klinik um 1968. Die Anästhesievorlesungen wurden an sechs Terminen pro Semester im Rahmen der chirurgischen Hauptvorlesung gehalten.
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Dr. med. Markus A. Weigand, Ärztlicher Direktor und dritter Ordinarius der Anästhesiologischen Universitätsklinik Heidelberg (seit 2014).
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Prof. Dr. med. Eike Martin, zweiter Ordinarius für Anästhesiologie (1990-2014).
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Feierliches Jubiläumssymposium am 18. November / Technische und medizinische Fortschritte des Fachs haben maßgeblich zur Entwicklung des Behandlungsspektrums am Universitätsklinikum Heidelberg beigetragen / Pressevertreter sind herzlich eingeladen


Anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Ordinariats für Anästhesiologie findet am Samstag, 18. November, im großen Hörsaal des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ein wissenschaftliches Jubiläumssymposium statt. Das Fach Anästhesiologie durchdringt alle Bereiche des Universitätsklinikums, daher lassen leitende Ärzte und Wissenschaftler unterschiedlichster Heidelberger Fachbereiche - von der Chirurgie über die Innere Medizin bis hin zur Grundlagenforschung - die Vergangenheit der Anästhesie Revue passieren.

 

Unter dem Motto "Ein Partner für die Zukunft" werden im Rahmen der hochkarätig besetzten Veranstaltung auch die aktuelle Situation und die Zukunftsthemen des Fachgebietes beleuchtet. "Wir müssen uns ständig neuen Herausforderungen stellen. Hierzu zählen besonders das stetig wachsende Behandlungsspektrum sowie das zunehmend hohe Alter unserer Patienten", sagt Professor Dr. Markus A. Weigand, Ärztlicher Direktor der Anästhesiologischen Universitätsklinik Heidelberg, der seit drei Jahren die Abteilung leitet und dritter Ordinarius für Anästhesiologie an der Medizinischen Fakultät Heidelberg ist.

 

Vor fünf Jahrzehnten glich die Anästhesie beinahe einem medizinischen Abenteuer, heutzutage begleiten Hightech-Geräte und zahlreiche Mess-Parameter die Anästhesisten bei ihrer Arbeit. Die eingesetzten Narkosemittel und Schmerztherapien sind optimal auf die Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten. "Die Fortschritte der letzten 50 Jahre in unserem Fachgebiet haben in der operativen und nicht-operativen Disziplin in ihren therapeutischen Optionen großartige Erfolge ermöglicht", so Professor Weigand.

 

Die Heidelberger Anästhesie heute

 

Schwerpunkt der modernen Anästhesie ist die Narkose sowie die Überwachung und Aufrechterhaltung der sogenannten Vitalfunktionen eines Patienten. Das Universitätsklinikum Heidelberg beschäftigt im Jahr 2017 mehr als 200 Ärzte und Wissenschaftler in den Bereichen Anästhesie, Intensiv-, Schmerz-, Palliativ- und Notfallmedizin sowie in der Forschung und Lehre. Die Mitarbeiter betreuen an rund 42 Narkosearbeitsplätzen jährlich mehr als 42.000 OP-Patienten und sind zusammen mit den operativen Partnern für die Versorgung von 31 Intensivbeatmungs-, 20 Intermediate Care- und 34 Aufwachraum-Plätzen an den verschiedenen Standorten zuständig. Darüber hinaus behandeln die Ärzte auch außerhalb der Klinik als Notfallmediziner und versorgen Palliativ-Patienten mit Schmerztherapien.

 

Wie alles begann - Narkose-Pioniere in Heidelberg

 

Den Grundstein für die Anästhesiologische Klinik legte der Chirurg Professor Dr. med. Karl H. Bauer, der nach dem Krieg in Heidelberg eine der ersten Narkoseabteilungen in Deutschland gründete: Am 20. August 1950 wurde die sogenannte "Narkosestaffel" der Chirurgischen Universitätsklinik eingerichtet, zu deren Leiter er seinen Schüler Professor Dr. Rudolf Frey ernannte. Dieser entwickelte die Heidelberger Anästhesie stetig fort, bis er im März 1960 den Ruf auf den ersten deutschen Lehrstuhl für Anästhesiologie in Mainz erhielt.

 

Professor Dr. Otto H. Just erster Ordinarius für Anästhesiologie

 

Anfang der 60er Jahre waren schließlich auch in Heidelberg alle Voraussetzungen für die Lehrstuhleinrichtung erfüllt, so dass am 2. März 1963 Professor Dr. med. Otto H. Just den Ruf auf das Extraordinariat für Anästhesiologie an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg erhielt. Innerhalb der ersten Jahre kamen viele weitere Aufgabenbereiche hinzu, so dass im Jahre 1967 das Extraordinariat schließlich in ein ordentliches Ordinariat umgewandelt wurde und die erfolgreiche Geschichte der Heidelberger Anästhesiologie ihren Lauf nahm.

 

Auf dem Weg zur modernen Anästhesie

 

Prof. Dr. med. Eike O. Martin trat am 1. August 1990 das Amt als Ordinarius für Anästhesiologie in Heidelberg an. Seine Ära war vom konsequenten Ausbau des Fachs im Rahmen der universitären Patientenversorgung geprägt. Während seines 25-jährigen Wirkens baute Professor Martin die Abteilung zu einer der größten anästhesiologischen Kliniken Deutschlands aus. Mit seiner Besetzung emanzipierte sich der Fachbereich zu einer eigenständigen Disziplin der Heidelberger Universitätsmedizin.

 

Am 1. Oktober 2014 übergab Professor Martin sein Ordinariat an Professor Markus A. Weigand. Der Trend zur Ausweitung des klinischen Leistungsportfolios setzt sich seither stetig fort. Unter der Federführung von Professor Weigand kommt es bis heute zu einer Steigerung des Engagements in den Bereichen Lehre, Aus- und Weiterbildung sowie zu einer deutlichen Fokussierung auf den Aspekt der Patientensicherheit in der Anästhesie. Darüber hinaus erfolgt eine merkliche Intensivierung der experimentellen sowie klinischen Forschungsaktivitäten, deren Schwerpunkt im Bereich der Sepsis-Forschung liegt.

 

Webseite Anästhesiologische Klinik

 


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weitere Informationen

Prof. Dr. Markus A. Weigand
Ärztlicher Direktor Klinik für Anästhesiologie
Universitätsklinikum Heidelberg
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