Select languageSelect language
Medizinische Fakultät Heidelberg
Nummer: 2014/88 vom 03.07.2014

Örtliche Betäubung nimmt nicht nur den Schmerz

Bei der Neuraltherapie werden schmerzstillende Mittel in die Umgebung von Nerven injeziert
Foto: Dr. Stefan Weinschenk

Die alternative "Neuraltherapie" wird als interessantes und vielversprechendes Forschungsfeld entdeckt / Eine Fachtagung am 4./5. Juli 2014 in Heidelberg


Was bringt die lokale Injektions-Behandlung von Nerven mit schmerzstillenden Mitteln? Eine Fachtagung am 4./5.Juli 2014 in der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg befasst sich mit einer Form der Therapie, die bislang nur wenig erforscht ist, aber als "Neuraltherapie" die am häufigsten praktizierte komplementäre Alternativtherapie in Deutschland ist.

"Diese Therapie steht kurz davor, wieder neu und ganz anders entdeckt und erforscht zu werden", sagt Professor Dr. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor der Abteilung Gynäkologische Endokrinologie der Universitäts-Frauenklinik Heidelberg. Die Injektion von gängigen Lokalanästhetika in die Umgebung von Nerven betäubt nicht nur lokal den Schmerz, sondern hat Auswirkung auf Durchblutung, Entzündung und Stoffwechselprozesse in größeren Körperarealen und in Organen. Auf diesen Effekt setzen bereits viele Praktiker, insbesondere bei Beschwerden, wo andere Behandlungsmethoden versagen oder Risiken bergen würden. Doch klinische Studien fehlen bislang.

 

Wird das Schmerzgedächtnis ausgelöscht?

Eine interdisziplinäre Heidelberger Arbeitsgruppe "Neuraltherapie" bringt bei der Fachtagung Forschungsergebnisse zur Wirkung von Lokalanästhetika zusammen mit dem praktisch gesammelten Erfahrungswissen. So geht es um die Themen: Welche molekularen Veränderungen rufen Lokalanästhetika hervor? Haben sie noch weitere Effekte als die Schmerzstillung? Können sie ein Schmerzgedächtnis auslöschen? Und wie ist das Verhältnis zur Akupunktur? Zudem werden Erfahrungen der Behandlung von Kopfschmerz, Rückenschmerzen und inneren Erkrankungen etc. mit Neuraltherapie vorgestellt und diskutiert.

Das Symposium findet zu Ehren des 80. Geburtstags von Professor Dr. Manfred Zimmermann statt, des Heidelberger Physiologen und "Nestors" der deutschen Schmerzforschung. der entscheidende Beiträge zur Weiterentwicklung seines Fachs geleistet hat.

 

Journalisten sind herzlich eingeladen!

 

Programm der Fachtagung im Internet

HUNTER Group (Heidelberg University Neural Therapy Education and Research Group)

 


Kontakt Medien

Doris Rübsam-Brodkorb
Pressesprecherin
Leiterin Ukom
Tel.: 06221 56-5052
Fax: 06221 56-4544
Opens window for sending email E-Mail

Julia Bird
Stellvertretende Pressesprecherin
Tel.: 06221 56-7071
Fax: 06221 56-4544
Opens window for sending email E-Mail

weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Strowitzki, Ärztlicher Direktor
Universitäts-Frauenklinik Heidelberg
Abt. Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen
Telefon: 06221 56-7910
E-Mail