Select languageSelect language
Medizinische Fakultät Heidelberg
Nummer: 47 / 2014 vom 11.04.2014

International renommierter Virusforscher übernimmt neue Professur am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Heidelberg

Der Virusforscher Professor Dr. rer. nat. Stephan Urban übernimmt eine neue Professur am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung in Heidelberg
Foto: Universitätsklinikum Heidelberg

Vom Labor zum Patienten: Professor Dr. rer. nat. Stephan Urban bringt neuen Virusblocker gegen Hepatitis B in die klinische Prüfung / Urban forscht und lehrt seit 13 Jahren an Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät Heidelberg / Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung sind 150 Wissenschaftler aus 32 Institutionen vernetzt


Seit 1. April 2014 hat der Heidelberger Virusexperte Stephan Urban die erste Professur für "Translationale Virologie" am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) inne. Das DZIF ist eines von sechs Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, in denen Wissenschaftler aus ganz Deutschland vernetzt an neuen Strategien gegen die großen Volkskrankheiten wie Infektions-, Krebs- oder Herz-Kreislauferkrankungen arbeiten. Der Molekularbiologe Professor Dr. Stephan Urban forscht und lehrt am Department für Infektiologie an Universitätsklinikum und Medizinischer Fakultät Heidelberg. Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Entwicklung von Medikamenten gegen Hepatitis-Viren.

 

Als Professor für Translationale Virologie möchte er vor allem die Umsetzung von Forschungsergebnissen in die medizinische Versorgung verbessern. Urban hat bereits ein Eiweiß entdeckt, das Hepatitis-B-Viren daran hindert, in Zellen einzudringen. Daraus wurde nach jahrelanger Forschungsarbeit ein hoffnungsvoller Virusblocker entwickelt, der inzwischen klinisch geprüft wird. Heidelberg ist mit dem Forschungsprogramm "Heidelberg Centre for Infectious Diseases" am DZIF beteiligt. Koordinator für Heidelberg ist Professor Dr. Hans-Georg Kräusslich, Direktor des Departments Infektiologie.

 

Von der Ente zum Menschen - ein neuer Virusblocker gegen Hepatitis B

Trotz Einführung einer Impfung ist Hepatitis B weltweit eine der häufigsten viralen Infektionserkrankungen: Rund 350 Millionen Menschen leiden unter einer chronischen Hepatitis-B-Erkrankung, die als Spätfolge zu Leberzirrhose und -krebs führen kann. Vor fast 20 Jahren entdeckte Urban kleine Eiweißbruchstücke, sogenannte Peptide, die den Hepatitis-B-Viren den Eintritt in die Wirtszelle blockieren. Zunächst erforschte er diesen Mechanismus an der Pekingente - damals das Modell der Wahl. Heute befindet sich ein analoges Peptid des menschlichen Virus in der klinischen Prüfung und damit auf dem letzten Abschnitt des Weges vom Wirkstoff zum Medikament. Doch Hepatitis B ist nur eines von vielen Viren, für die dringend wirksamere und für alle verfügbare Medikamente und Impfstoffe gesucht werden.

 

"Trotz klar gesteckter Ziele, die möglichst schnell umgesetzt werden sollten, ist zweckfreie Grundlagenforschung oft ebenfalls entscheidend, um Neues zu entdecken und zu entwickeln", ist Urban überzeugt. Gleichzeitig sei die gezielte Translation, die Wirkstoffe systematisch und effizient an den Patienten bringe und die damit verbundene Förderung essentiell.

 

Vom "Jugend forscht"-Sieger zum Professor

Seine Forscherkarriere begann bereits in der Schulzeit, als Stephan Urban im Keller des Elternhauses experimentierte. Der Sieg im Fachbereich Chemie beim Bundeswettbewerb "Jugend forscht" 1980 bestärkte ihn, ein Studium der Chemie und der Biochemie in Tübingen zu beginnen. 1991 schloss er es mit dem Diplom ab. Es folgte die Promotion am Max-Planck-Institut für Biochemie in München 1995, wo er sich erstmals mit der Molekularbiologie des Hepatitis-B-Virus beschäftigte. Nach der Promotion wechselte er in die Arbeitsgruppe von Prof. Heinz Schaller am Zentrum für Molekulare Biologie (ZMBH) in Heidelberg, wo er sich mit Arbeiten zum Rezeptor des Hepatitis-B-Virus der Pekingente habilitierte. Nach einem weiteren Jahr als unabhängiger Arbeitsgruppenleiter am ZMBH wechselte Urban 2001 ans Universitätsklinikum Heidelberg, wo er nun auch seine DZIF-Professur angetreten hat.

 

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) entwickeln bundesweit mehr als 150 Wissenschaftler aus 32 Institutionen gemeinsam Ansätze für neue Therapien, Medikamente, Impfstoffe und -verfahren. Der Brückenschlag von der Grundlagenforschung zur klinischen Erprobung und Anwendung ist ein wichtiges Ziel. Mit dem Hepatitis-Schwerpunkt und seinen Erfahrungen in der Wirkstoffentwicklung bringt Urban wichtige Kenntnisse in den Verbund ein.

 

Heidelberg an vier Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung beteiligt

Das DZIF ist Teil des Konzeptes der "Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung", mit denen das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Bekämpfung der bedeutendsten Volkskrankheiten vorantreiben will. Das Universitätsklinikum und die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg sind neben dem DZIF an den Gesundheitsforschungszentren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und Krebs beteiligt.

 

Weitere Informationen im Internet

Molekulare Virologie, Department für Infektiologie, Universitätsklinikum Heidelberg (auf Englisch)

AG Stephan Urban, Department für Infektiologie (auf Englisch)

Deutsches Zentrum für Infektionsforschung

Professor Urban und seine Forschung zum Hepatitis-B-Virus auf den Internetseiten des DZIF

Deutsche Zentren für Gesundheitsforschung, Bundesministerium für Bildung und Forschung

 


Kontakt Medien

Doris Rübsam-Brodkorb
Pressesprecherin
Leiterin Ukom
Tel.: 06221 56-5052
Fax: 06221 56-4544
Opens window for sending email E-Mail

Julia Bird
Stellvertretende Pressesprecherin
Tel.: 06221 56-7071
Fax: 06221 56-4544
Opens window for sending email E-Mail

weitere Informationen

Prof. Dr. Stephan Urban
Department für Infektiologie
Telefon: 06221 / 56 4902
E-Mail