Studium an der Medizinischen Fakultät

Qualifikationsziele des Studiengangs Zahnmedizin

Stand: 07.05.2019

 

Präambel – Qualifikationsziele der Universität Heidelberg

Anknüpfend an ihr Leitbild und ihre Grundordnung verfolgt die Universität Heidelberg in ihren Studiengängen fachliche, fachübergreifende und berufsfeldbezogene Ziele in der umfassenden akademischen Bildung und für eine spätere berufliche Tätigkeit ihrer Studierenden.

Das daraus folgende Kompetenzprofil wird als für alle Disziplinen gültiges Qualifikationsprofil in den Modulhandbüchern aufgenommen und in den spezifischen Qualifikationszielen sowie den Curricula und Modulen der einzelnen Studiengänge umgesetzt:

  • Entwicklung von fachlichen Kompetenzen mit ausgeprägter Forschungsorientierung
  • Entwicklung transdisziplinärer Dialogkompetenz
  • Aufbau von praxisorientierter Problemlösungskompetenz
  • Entwicklung von personalen und Sozialkompetenzen;
  • Förderung der Bereitschaft zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung auf der Grundlage der erworbenen Kompetenzen.

 

Fachliche Qualifikationsziele des Studiengangs

Das Studium der Zahnheilkunde richtet sich nach den Vorgaben der Approbationsordnung für Zahnärzte in der im Bundesgesetzblatt Teil III, Gliederungsnummer 2123-2, veröffentlichten bereinigten Fassung, die zuletzt durch Artikel 34 des Gesetzes vom 6.12.2012 (BGBI.I. S. 2515) – ZAppO geändert worden ist.

Der Schwerpunkt des Studiums der Zahnmedizin in Heidelberg liegt auf einer intensiven praktischen Ausbildung, sowie der Möglichkeit zur Behandlung auch komplexerer Patientenfälle unter Betreuung durch erfahrene Kursassistenten und Oberärzte. Dabei profitieren die Studierenden von modern eingerichteten Räumlichkeiten und der Möglichkeit zum freien Training außerhalb der Kurszeiten. Für die vorklinischen Kurse am Simulationspatienten kann jede(r) Studierende an einer eigenen dentalen Einheit alle grundlegenden Behandlungsverfahren erlernen und trainieren. Zeitgemäße digitale Technik wie intraorales Scannen und computer-assistierte Präparation finden dabei ebenso Anwendung wie OP-Mikroskope. Die klinischen Behandlungssäle sind auf dem neuesten Stand der Technik und ebenfalls serienmäßig mit OP-Mikroskopen ausgestattet.

Um von Anfang an eine gute Grundlage für die vielfältige zahnärztliche Tätigkeit zu schaffen, werden die Studierenden früh an die unterschiedlichen Fachdisziplinen herangeführt. Lehr- und Prüfungsformate wie problemorientiertes Lernen (POL), Feedbackseminare und standardisierte praktische Prüfungen (OSCE) stellen sicher, dass praxisnah auf die Anforderungen an Zahnärzte eingegangen wird. Intensiv wird dabei auch vor dem ersten Patientenkontakt bzw. parallel zur Patientenbehandlung zahnärztliche Kommunikation trainiert (ZahnMediKIT, Heidelberger Kommunikationsmodul HeiKomM-Z).

Die Zahnmedizin-Studierenden erwerben in Rahmen ihres Studiums folgende fachliche Qualifikationsziele:

 

Grundlagenkompetenzen:

  • Die Absolventen  sind in der Lage, theoretisch-naturwissenschaftliches und klinisches Grundlagenwissen fachgerecht einzuordnen und auch Nicht-Fachwissenschaftlern zu erklären. Dazu gehören obligatorisch: Physik, Chemie, zahnärztliche Werkstoffkunde, Biologie, Biochemie, Anatomie, Physiologie, Pathologie, Innere Medizin, allgemeine Chirurgie, Dermatologie, Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde,  Pharmakologie, Mikrobiologie und Hygiene. Hinzu können weitere Fächer entsprechend den standortspezifischen Besonderheiten treten. 
  • Die Absolventen können das o.g. Grundlagenwissen im theoretischen sowie klinisch-praktischen Kontext anwenden.
  • Die Absolventen können  Einflüsse von Gesellschaft und Umwelt auf Gesundheit und Krankheit sowie die Organisation des Gesundheitswesens und die Bewältigung von Krankheitsfolgen benennen und erklären.

 

Zahnmedizinische Basiskompetenzen (kognitiv)

  • Die Absolventen können die für das zahnärztliche Handeln erforderlichen allgemeinen Kenntnisse über Physiologie und Pathophysiologie der Mundhöhle, sowie alle gängigen Behandlungsmaßnahmen und Behandlungsabläufe in den Teildisziplinen nennen, d.h. in

-       Zahnerhaltungskunde (einschl. Endodontologie, Kinderzahnheilkunde, Parodontologie, präventive und restaurative Zahnheilkunde/Zahnhartsubstanzlehre),

-       Zahnärztlicher Prothetik,

-       Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und

-       Kieferorthopädie

  • Die Absolventen sind in der Lage, die auf dem Gebiet der Zahnmedizin spezifischen Interventionen (Diagnostik, Prävention und Therapie) unter Beachtung interdisziplinärer Aspekte zu planen.
  • Die Absolventen können übergeordnete Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung auf ihren verschiedenen Ebenen  diskutieren und implementieren.
  • Die Absolventen können die historische Entwicklung der Zahnmedizin erläutern und die ethischen Grundlagen zahnärztlichen Verhaltens analysieren.

 

Zahnärztliche Behandlungskompetenz (psychomotorisch)

  • Die Absolventen sind in der Lage, grundlegende diagnostische Prozeduren der Zahnmedizin selbst durchzuführen.
  • Die Absolventen sind in der Lage, gängige präventive und therapeutische Verfahren aus dem Behandlungsspektrum der Zahnerhaltungskunde selbst durchzuführen.
  • Die Absolventen sind in der Lage, gängige präventive und therapeutische Verfahren aus dem Behandlungsspektrum der Zahnärztlichen Prothetik selbst durchzuführen.
  • Die Absolventen können einfache kieferorthopädische Apparaturen selbst herstellen und einsetzen.
  • Die Absolventen können grundlegende zahnärztlich-chirurgische Behandlungsschritte selbst durchführen.
  • Die Absolventen können praktische Fertigkeiten/Kompetenzen im zahnärztlichen und zahntechnischen Bereich anwenden.

 

Wissenschaftskompetenz

  • Die Absolventen kennen Grundprinzipien und Gütekriterien der evidenzbasierten Medizin und Zahnmedizin.
  • Die Absolventen sind in der Lage, wissenschaftliche Studien bezüglich ihrer Güte und Aussagekraft einzuschätzen.
  • Die Absolventen sind in der Lage, klinisch-praktische Fragestellungen in eine wissenschaftliche Recherche zu übersetzen.

 

Überfachliche Qualifikationsziele des Studiengangs

Im Rahmen des Studiengangs Zahnmedizin werden neben Teamfähigkeit, Fähigkeit zum vernetzten Denken und Kommunikationsfähigkeit folgende überfachliche Qualifikationsziele angestrebt:

  • Die Absolventen zeigen einen adäquaten, kultursensiblen Umgang mit Patienten und Mitarbeitern in verschiedenen Kommunikationsformen.
  • Die Absolventen sind in der Lage, Gesundheit und Krankheit fächerübergreifend zu betrachten und angemessene Interventionen zu koordinieren.
  • Die Absolventen können selbstorganisiert, reflektiert und zielgerichtet arbeiten.
  • Die Absolventen  können mit verschiedenen Entscheidungsträgern kooperieren.
  • Die Absolventen können in interprofessionellen und interdisziplinären Teams konstruktiv arbeiten.