Studium an der Medizinischen Fakultät

Sozietät: Witebsky

Immunologie: Wissenschaft und Klinik

 

(> Programm)

 

Die Immunologie hat sich aufgrund der vielfältigen Entwicklungen der letzten Jahre zu einem Fach mit übergreifender Bedeutung auch für viele andere Disziplinen sowohl klinischer als auch theoretisch-experimenteller Ausrichtung entwickelt. Die enorme Bedeutung im Sinne eines Querschnittfaches führt dazu, dass sich viele motivierte junge Studentinnen und Studenten mit immunologischen Fragestellungen beschäftigen möchten. Dies ist eine sehr begrüßenswerte Entwicklung. Gerade die immunologischen Symptomkomplexe werfen Fragen aus vielen verschiedenen Organsystemen auf und stellen somit hochinteressante Krankheitsbilder mit allgemeinmedizinischem Anspruch dar, die für die jungen Kolleginnen und Kollegen gerade deshalb extrem lehrreich sind.

 

Ziel der Sozietät  'Ernst Witebsky' ist es daher, den integrativen Charakter des Faches Immunologie darzustellen und interessierten Studenten der klinischen Ausbildungsphase das breite Spektrum wissenschaftlicher immunologischer Aktivitäten in Heidelberg näher zu bringen. Neben Grundlagen-orientierten Aspekten werden durch Beteiligung verschiedener klinischer Abteilungen (Dermatologie, Pädiatrie, Rheumatologie, Nephrologie, Neurologie) aber auch klinisch- immunologische Themen die Ausrichtung dieser Sozietät definieren.

 

Über die für das Fach relevanten Lehrveranstaltungen hinaus sollen die Studenten Gelegenheit erhalten, Forschungsprojekte, Methodenvielfalt und auch das Berufsbild des immunologisch tätigen Grundlagenforschers, Diagnostikers und Klinikers kennen zu lernen. Ferner werden die Aktivitäten des kürzlich etablierten Forums Klinische Immunologie den Studenten der Sozietät zugänglich gemacht.

 

Interdisziplinäre Forschungsprojekte verbinden die wissenschaftlichen Arbeitsgruppen der beteiligten Institutionen mit KollegInnen Heidelberger, nationaler und internationaler Forschungsinstitute und Kliniken.

 

Beteiligte Institutionen
Im Institut für Immunologie richtet sich die Forschung auf die Analyse molekularer Vorgänge bei der Aktivierung humoraler (Komplement) und zellulärer Komponenten (T-Zellen, NK-Zellen, Phagozyten) des menschlichen Immunsystems. Damit soll versucht werden, neue Formen der klinischen Immuntherapie bei malignen Erkrankungen, Allergien, Transplantationen, Autoimmunerkrankungen und Immundefizienzen zu entwickeln. Das Spektrum der angebotenen Leistungen zur Diagnostik von Störungen des menschlichen Immunsystems sowie seiner Veränderungen bei Erkrankungen und Therapien umfasst die komplette humorale und zellulär- immunologische Diagnostik inklusive Gewebetypisierung und Forensische Immunologie.

 

Der Forschungsschwerpunkt der Abteilung für Med. Mikrobiologie ist das Gebiet der Infektionsimmunologie. Während die klassische Bakteriologie sich vor allem auf Virulenzfaktoren und Pathogenitätsmechanismen von Bakterien konzentrierte, zeigt sich mittlerweile, dass der Verlauf von Infektionen wesentlich auch von den Reaktionen des Wirtsorganismus abhängt (Immunität). Es wird versucht, Einblicke in das komplexe Wechselspiel zwischen Pathogenen und Wirt zu erlangen. Dies ist von Bedeutung für das Verständnis der Problemfelder der modernen Mikrobiologie, welche Sepsis, opportunistische Infektionen bei immungeschwächten Patienten und die Verbreitung multi-resistenter Keime umfassen.

 

Die Parasitologie, die sich an der Schnittstelle der klinischen Medizin, der Epidemiologie, Immunologie, Molekularbiologie und Biochemie befindet, befasst sich im Allgemeinen mit den wichtigsten Infektionskrankheiten der Menschheit. Sie eröffnet die Möglichkeit, der Beantwortung von Fragen zur Komplexität des Lebens und/oder zu den raffinierten Interaktionen zwischen verschiedenen Spezies, einen großen Schritt näher zu kommen. Die jetzige Abteilung Parasitologie ist interdisziplinär orientiert, d.h. sie verbindet klinische Forschung mit molekularen, biochemischen und physiologischen Ansätzen, um Fragen zur Pathophysiologie und zur Handhabung parasitärer Krankheiten, insbesondere Malaria und Trypanosomiasis nachgehen zu können. Die Abteilung ist in ein ausgedehntes Kollaborationsnetzwerk eingebettet, sowohl auf lokaler, nationaler als auch internationaler Ebene. Es gibt mehrere Partnerschaften mit verschiedenen Forschungsgruppen in von Malaria betroffenen Ländern, was zugleich die Nähe und Relevanz der Forschung zu den Personen, die unserer Hilfe bedürfen, garantiert. Darüber hinaus ist in Burkina Faso, in Zusammenarbeit mit dem dortigen Gesundheitsministerium, eine Malaria-Feldstation eingerichtet worden.

 

In der Sektion Rheumatologie (Med. Klinik V) werden die Studenten mit der Pathogenese und hochmodernen immunologisch-basierten Ansätzen der Therapie von Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen vertraut gemacht. Schwerpunktmäßig untersuchen die Kollegen die Rolle des apoptotischen Zelltodes in der Entstehung von Autoantikörpern gegen Zellkerne (typisch für Patienten mit Kollagenosen wie dem Systemischen Lupus Erythematodes). Andere wissenschaftliche Schwerpunkte konzentrieren sich regulatorische Prozesse des menschlichen Immunsystems bei Autoimmunerkrankungen mit der Frage, ob eine Fehlfunktion dieser hemmenden Mechanismen zur Entstehung der Autoimmunerkrankungen beitragen. Hier wird z.B. die Funktion mesenchymaler Zellen (Fibroblasten, Stammzellen) oder sogenannter regulatorischer T-Lymphozyten (bei autoimmunen Gefäßentzündungen - Vaskulitiden - in Zusammenarbeit mit PD Dr. Schwenger - oder Kollagenosen) hinterfragt.

 

Die Sektion Nephrologie (Med. Klinik I) wird im Rahmen der Sozietät Einblicke insbesondere in die Nierenbeteiligung bei Autoimmunerkrankungen und der damit verbundenen spezifischen Diagnostik gewähren.

 

Schwerpunkt der dermatologischen Klinik werden Autoimmunprozesse und onkologische Themen sein.

 

Die Abteilung Pädiatrischen Immunologie fokussiert sich im Rahmen der Sozietät auf klinische Probleme bei Kindern mit seltenen, konzeptionell aufschlussreichen angeborenen Immundefekten aber auch auf solche bei erworbenen Immundefekten z.B. nach hämatopoietischer Stammzelltransplantation.
Diabetes mellitus Typ 1 gehört mit einer Inzidenz von ca. 16/100 000 zu den häufigsten endokrinen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Pathogenese ist multifaktoriell, führt aber letztlich immer zu einer autoimmunologisch bedingten Zerstörung der ß-Zellen des Pankreas. An der Kinderklinik Heidelberg werden ca. 250 Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus betreut.

 

In der pädiatrischen Rheumatologie werden Kinder und Jugendliche mit chronisch idiopathischen Arthritiden, systemischen Autoimmunerkrankungen wie z.B. Morbus Still, systemischem Lupus erythematodes, Uveitis, Dermatomyositis u.a. betreut.

 

Forschungsschwerpunkt der Sektion Molekulare Neuroimmunologie ist die Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie neurologischer Autoimmunerkrankungen.

 

 

Beteiligte Fachbereiche


Immunologie

apl. Prof. Dr. Michael Kirschfink (Koordinator)
Prof. Dr. S. Meuer
Prof. Dr. Thomas Giese
PD Dr. Hien Tran
PD Dr. Guido Wabnitz

 

Mikrobiologie

Prof. Dr. Klaus Heeg
Prof. Dr. Alexander Dalpke

Parasitologie

Prof. Dr. Michael Lanzer
Dr. Alexander Rotmann

Innere Medizin, Rheumatologie

Prof. Dr. Hanns-Martin Lorenz
PD Dr. Norbert Blank

Innere Medizin, Nephrologie

Prof. Dr. Martin Zeier
PD Dr. Christian Morath

Pädiatrie

Prof. Dr. Andreas Kulozik
PD Dr. Johann Greil
Dr. Jürgen Grulich-Henn

Dermatologie

Prof. Dr. Alexander Enk
Prof. Dr. Knut Schäkel
Prof. Dr. Karsten Mahnke
Dr. Dirk Nettelbeck

Neurologie

apl. Prof. Dr. Brigitte Wildemann
Dr. Jürgen Haas

Tropenmedizin

Prof. Dr. Thomas Junghanss
Dr. Annette Kapaun

Dr. Marija Stojkovic