Title:
Subtitle:
Author:

  

Nachwuchsförderung der Fakultät

Das Ziel der Medizinischen Fakultät Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg ist es, eine medizinische Versorgung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gewährleisten. Der Garant zur Umsetzung dieses Anliegens ist die Exzellenz und Einheit von Forschung, Krankenversorgung und Lehre, die in dieser Form insbesondere durch die Zusammenarbeit von Medizinischen Fakultäten und Universitätskliniken besteht. Für die Umsetzung an sich braucht es forschende ÄrztInnen (Clinician Scientists), welche die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in innovative Behandlungen überführen und Erkenntnisse aus der Versorgung zurück in die Forschung tragen. Clinician Scientists sind somit die unabdingbaren Garanten für Translation und eine Versorgung auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand.

 

Intramurale Förderung von Clinician Scientists am Standort

Programme zur Förderung von geschützten Forschungszeiten für Clinician Scientists hält die Medizinische Fakultät Heidelberg seit fast 20 Jahren unter wechselnden Namen vor. Die erste Ausschreibung erfolgte 2001 als AIF+P Programm (Arzt im Praktikum + Forschung; 1 Jahr geschützte Forschungszeit). Ab 2004 firmierte das Programm unter dem Namen „Young Investigator Award/ Postdoc-Programm“ (2 Jahre geschützte Forschungszeit) und seit 2014 als „Physician Scientist Programm“ (2 Jahre geschützte Forschungszeit, flexibel nutzbar in einem Zeitraum von 3 Jahren). Ursächlich für den regelmäßigen Namenswechsel war/ ist eine regelmäßige Evaluation der Programme sowie eine kontinuierliche Anpassung an geänderte Rahmenbedingungen sowie an die Bedürfnisse der Clinician Scientists.

Darüber hinaus hat die Fakultät im Jahr 2006 ein MD/PhD-Programm zusammen mit der Fakultät für Biowissenschaften Heidelberg etabliert. Dieses ermöglicht ÄrztInnen eine geschützte Forschungszeit von 3-4 Jahren, in denen eine naturwissenschaftliche Promotionsarbeit angefertigt werden kann. Des Weiteren sind in den Jahren 2007 das Olympia Morata Programm und in 2010 das Rahel Goitein Straus Programm sowie Kurzzeitstipendien hinzugekommen. Bei den Programmen handelt es sich um Gleichstellungsmaßnahmen, die geschützte Forschungszeiten für Wissenschaftlerinnen (Clinician Scientists und Medical Scientists) bereitstellen.

Ebenso erhält eine Vielzahl an Clinician Scientists und Medical Scientists aus dem Landeszuführungsbetrag für Forschung (Abteilungsmittel) geschützte Forschungszeiten.

 

  

Das MD/PhD-Programm der Medizinischen Fakultät und der Fakultät für Biowissenschaften ermöglicht naturwissenschaftlich interessierten und besonders begabten Studierenden der Medizin und der Zahnmedizin eine biologisch-naturwissenschaftliche Zusatzausbildung, welche sie auf eine Tätigkeit in der biomedizinischen Forschung vorbereitet. Das MD/PhD-Programm beinhaltet Lehr- und Forschungsangebote beider Fakultäten und schließt mit der Verleihung des "Dr. med." bzw. "Dr. med. dent." durch die Medizinische Fakultät und des "Dr. rer. nat." durch die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gesamtfakultät ab.

    

Das Physician Scientist-Programm ist im Rahmen der Förderung des klinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses entstanden und richtet sich an herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich Medizin und Zahnmedizin mit weit überdurchschnittlichen Studien- und Promotionsleistungen. Ziel des Programms ist es Medizinern und Zahnmedizinern wissenschaftliche Arbeit an einer der Einrichtungen der Medizinischen Fakultät Heidelberg zu ermöglichen.

  

Das Rahel Goitein-Straus-Förderprogramm richtet sich an Frauen, die bisher noch keine oder wenig Forschungserfahrung gesammelt haben und die sich mit einem eigenen innovativen Projekt in eine bestehende Arbeitsgruppe integrieren wollen. 

Ziel des Programms ist die Förderung des Übergangs in die eigenständige wissenschaftliche Arbeit.

Die Förderung erfolgt auf einer halben Stelle durch die Medizinische Fakultät in Ergänzung zu einer vom Institut/der Klinik zur Verfügung gestellten halben Stelle. Die Dauer der Förderung beträgt ein Jahr

  

Im Rahmen ihres Gleichstellungskonzeptes unterstützt die Medizinische Fakultät Heidelberg die wissenschaftliche Tätigkeit von Frauen in der Facharztausbildung. Hierfür werden Mittel zur Finanzierung kurzfristiger Freistellungszeiten (3 – 6 Monate) vom Klinik- bzw. Routinedienst zur Verfügung gestellt, die die wissenschaftliche Tätigkeit von Frauen in der Facharztausbildung in bestimmten Situationen unterstützen soll. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter Kurzzeitstipendien.

  

Das Postdoktorandenprogramm ist entstanden, um jungen, herausragend begabten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern in der Medizin und Zahnmedizin sowie Naturwissenschaftlern und Psychologen die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Arbeit in einer der Einrichtungen der Medizinischen Fakultät Heidelberg zu ermöglichen. Seit Juli 2014 wird das Programm in modifizierter Form als Physician Scientist-Programm geführt.

  

  

Eine kompakte Übersicht über die Nachwuchsförderprogramme der Medizinischen Fakultät Heidelberg und die Förderprogramme der Stabsstelle Personalentwicklung des Universitätsklinikums Heidelberg finden Sie in unserer gemeinsamen Broschüre. 

  

 

Allgemeine Fragen zur Nachwuchsförderung richten Sie bitte per E-Mail an das Forschungsdekanat

 

 

 

Förderung von Clinician Scientists aus Drittmitteln

Eine Förderung von Clinician Scientist über Drittmittel erfolgt z.B. im Rahmen von Sonderforschungsbereichen (SFBs), Forschergruppen, den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung sowie im Rahmen einer großen Anzahl von Einzel- und/oder Verbundprojekten. Eine Übersicht über die großen Strukturmaßnahmen finden Sie z.B. hier sowie hier 

 

Gruppe der Clinician Scientists am Standort

Die Förderdauer im Physician Scientist Programm der Medizinischen Fakultät Heidelberg beträgt aktuell 3 Jahre (davon 2 Jahre geschützte Forschungszeit). Jährlich werden 15 neue Clinician Scientist in das Programm aufgenommen, und somit bis zu 45 Clinician Scientist im Programm parallel gefördert. Das MD/PhD-Programm nimmt jährlich bis zu 6 Teilnehmer (für 3 Jahre), das Rahel Goitein Straus Programm durchschnittlich 4 Teilnehmerinnen (für 1 Jahr) und das Olympia Morata Programm durchschnittlich 5 Teilnehmerinnen (für 2 Jahre) in die Förderung auf. Insgesamt werden somit ca. 70 Clinician Scientist parallel aus intramuralen Mittel gefördert. Hinzu kommen Clinician Scientist, die aus Haushaltsmitteln der Abteilungen und Institute oder über Drittmittel finanziert werden. Aus Drittmitteln werden geschützte Forschungszeiten für über 150 Clinician Scientist finanziert.

 

 

Gemeinsame Dachstruktur aller Clinician Scientist Aktivitäten am Standort

Das „Heidelberg Faculty of Medicine Clinician and Medical Scientist Programm” ist eine gemeinsame Dachstruktur aller Clinician und Medical Scientist Aktivitäten am Standort. Ziel ist es, die unterschiedlichen Fördermöglichkeiten und Aktivitäten am Standort unter einem gemeinsamen Dach zusammenzuführen, durch gemeinsame Rahmenbedingungen einen Mehrwert für alle Clinician Scientist am Standort zu schaffen und eine qualitativ hochwertige Ausbildung der „Heidelberg Clinician and Medical Scientists“ zu garantieren. Das Programm schließt mit dem Heidelberg Clinician bzw. Medical Scientist Zertifikat ab.

Basis dafür ist ein Curriculum- und Mentoringprogramm, welches Mindestanforderungen vorgibt sowie verlässliche und attraktive Karriereperspektiven bietet (Laufbahnkonzept). Ebenso angestrebt wird eine verbindliche Regelung mit der Ärztekammer zur Anerkennung von Forschungszeiten im Rahmen der Facharztweiterbildung für Clinician Scientists, welche über die aktuelle Vereinbarung von 6 Monaten hinausgeht.

Das Heidelberg Clinician and Medical Scientist Programm als Dachstruktur wird kontinuierlich ausgebaut. Ziel ist es, nicht nur über Fakultätsprogramme geförderte Clinician und Medical Scientists sowie WissenschaftlerInnen, die ihre Eigene Stelle ebenfalls kompetitiv eingeworben haben aufzunehmen, sondern allen WissenschaftlerInnen am Standort, welche die Mindestanforderungen der Dachstruktur erfüllen, gemeinsame Rahmenbedingungen und einen Mehrwert zu bieten. Dies beinhaltete prinzipiell sämtliche über Drittmittel und aus Haushaltmittel geförderte Clinician und Medical Scientists am Standort. Eine Erweiterung um Advanced Clinician Scientists wird derzeit umgesetzt. Ferner ist ein Ziel der Dachstruktur insgesamt ein größeres Augenmerk auf die Zielgruppe an Schülern und Studierenden zu legen, um diese frühzeitig für eine Verknüpfung von Forschung und Krankenversorgung zu begeistern und somit Angebote vom Schüler bis hin zum Professor unter diesem Dach zusammenführen zu können. Die Medizinische Fakultät Heidelberg hat Ende 2019 eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die den Aufbau der Dachstruktur verantwortet und für die kontinuierliche Weiterentwicklung und den stetigen Ausbau dieser verantwortlich ist.

 

 

CS: Clinician Scientist; MS: Medical Scientist; MMPU: Molecular Medicine Partnership Unit (joint venture mit dem European Molecular Biology Laboratory, EMBL); * Berwerbungen von Medical Scientists sind in Ausnahmefällen möglich (20% der Förderungen).




Curriculum

Das Curriculum beinhaltet die Bereiche „Softskills“, „Wirtschaftliche Skills“ und „Wissenschaftliche Skills“. In jedem Bereich erfolgt dabei eine Unterteilung in „Pflichtveranstaltungen“ und „Wahlpflichtveranstaltungen“. Dadurch können wichtige Querschnittsthemen für alle Teilnehmer verpflichtend abgedeckt werden und gleichzeitig ermöglichen Wahlpflichtmodule individuelle Schwerpunktsetzungen, um verschiedenen Forschungsrichtungen (Grundlagenforschung, translationale Forschung, klinische Forschung) sowie den Bedürfnissen unterschiedlicher Fachbereiche, Methoden etc. gerecht zu werden.

Für die Teilnahme an den Veranstaltungen werden Qualifizierungseinheiten (QE) vergeben. Innerhalb einer geplanten Laufzeit des Curriculums von 2 Jahren sind 200 QEs zu sammeln (eine Streckung auf bis zu 4 Jahre ist möglich). Die QEs verteilen sich dabei über Basismodule und Teilnahme am Mentoringprogramm (120 QEs) sowie über das Wahlmodul (mindestens 80 QEs). Innerhalb des Curriculums entspricht 1 QE = einer Stunde, 8 QE = 1 Tag. Neben den Veranstaltungen, die seitens der Medizinischen Fakultät zentral angeboten werden, bietet der Standort vielfältige Möglichkeiten, um die Voraussetzungen des Curriculums zu erfüllen. Hierzu gehören Angebote im Rahmen von Sonderforschungsbereichen, den Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, der Personalentwicklung des Universitätsklinikums, der Personalentwicklung für Postdoktoranden der Universität Heidelberg sowie weitere Angebote. Prinzipiell ist auch eine Anerkennung extern absolvierter Leistungen möglich, sofern diese den Qualitätsansprüchen genügen. Weitere außercurriculare Veranstaltungen, bei denen QEs gesammelt werden können, beinhalten Netzwerktreffen, Berichte, Kongressbeiträge, Vorlesungen/ Vorträge, Praktika, Sommerkurse, Seminarreihen etc. Ferner können im Rahmen der freien Module CP für Publikationen, eingeworbene Drittmittel, Patenteinreichungen etc. vergeben werden. (maximal 20 QEs). Die Sammlung der 200 CP ist Voraussetzung für den Erhalt des Abschlusszertifikats


Mentoring

Im Rahmen des obligaten begleitenden Mentoringprogramms hat jeder Clinician Scientist 3 Mentoren: 1.) Klinischer Mentor: Erfahrener Kliniker (Advanced/ Senior Clinician Scientist); dieser bietet ein „Karrierementoring“ und sollte möglichst mit der Weiterbildungsordnung vertraut sein. 2.) Wissenschaftlicher Mentor: Abteilungsexterner Mentor mit starkem Forschungsprofil, möglichst mit Bezug zum eigenen wissenschaftlichen Thema. Dieser soll eine unabhängigere Perspektive als der eigene AG-Leiter einnehmen. 3.) Arbeitsgruppen-Leiter: Direkte thematische/ fachliche Betreuung des eigenen Forschungsprojektes.

Einmal im Jahr ist ein verpflichtendes „CSAC“ (Clinician Scientist - Advisory Committee) Meeting vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein Treffen mit den drei Mentoren und dem Clinician Scientist. Im Rahmen dessen sollen die klinische Entwicklung sowie der Stand des eigenen Forschungsprojektes thematisiert werden. Das „CSAC“ zählt zu den Pflichtveranstaltungen des Curriculums. Im Rahmen der Wahlpflichtveranstaltungen soll die Möglichkeit eines zweiten, Einzeltreffens mit dem klinischen Mentor sowie dem wissenschaftlichen Mentor pro Jahr bestehen. Mit dem AG Leiter finden regelmäßige, mindestens monatliche Treffen statt. Die Medizinische Fakultät Heidelberg arbeitet aktuell an einem Schulungsangebot für Mentoren, um diese in ihrer Mentorentätigkeit zu unterstützen.

 

Laufbahnkonzept und Zielpositionen

Das verpflichtende Laufbahnkonzept, welches vom Clinician Scientist sowie von der ärztlichen Direktion der jeweiligen Abteilung bzw. der jeweiligen Institutsleitung gezeichnet wird, beinhaltet das Curriculum sowie Mentoring und macht darüber hinaus explizite Aussagen zu klinischen Rotationen und Meilensteinen, nach Möglichkeit auch über die Förderdauer im Programm hinaus. Ziel soll ein Höchstmaß an Transparenz und Verbindlichkeit für den Clinician Scientist sein. Nach Möglichkeit sollen Meilensteine auch mit spezifischen Zielpositionen verknüpft werden. Medizinische Fakultät Heidelberg und Universitätsklinikum Heidelberg sind sich des Bedarfs an attraktiven Zielpositionen für Clinician Scientists bewusst, haben solche bereits mehrfach geschaffen und forcieren die Entwicklung eines entsprechenden Konzeptes.

 

FÜR ALLE LAUFENDEN FÖRDERUNGEN GELTEN DIE BEDINGUNGEN DER JEWEILIGEN FÖRDERPROGRAMME. DIE ANFORDERUNGEN DER DACHSTRUKTUR STELLEN MINDESTANFORDERUNGEN DAR. ANGLEICHUNGEN ZU BESTEHENDEN FÖRDERUNGEN WERDEN SCHRITTWEISE VORGENOMMEN UND EXPLIZIT MITGETEILT.

 

Bei den unter der Dachstruktur zusammengefassten Programmen handelt es sich um Möglichkeiten am Standort, geschützte Forschungszeiten in Anspruch zu nehmen. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Initiative, welche einen Beitrag zur Verknüpfung von Forschung und Krankenversorgung leisten und den wissenschaftlichen Nachwuchs für dieses Thema begeistern möchten. Hierzu zählen: das Medical Structured Scientific Program (MEDISS-Promotionsprogramm), die Heidelberg Graduate School of Surgery (HGS), die Wahlfachtracks/ Sozietäten im Medizinstudium, das Cardiology Career Programm etc.


Go back to the regular design...