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Historie der Medizin in Heidelberg

1. Oktober 1386: Gründungsdatum der Universität durch den Kurfürstlichen Stiftungsbrief, in dem auch eine ''facultas medicinae'' vorgesehen war.

 

19. Oktober 1386: Vorlesungsbeginn. Im ersten Jahrhundert des Universitätsdaseins geht der Aufbau der medizinischen Fakultät nur sehr langsam voran.

 

1474: Die Anschaffung von zwei medizinischen Büchern wird dokumentiert. Obwohl ein praktischer Unterricht nicht stattfindet, beträgt die Dauer des Medizinstudiums bereits damals sechs Jahre.

 

ab 1558: Mit den Reformen Ottheinrichs beginnt auch für die Medizinische Fakultät eine Phase des humanistischen Aufschwungs.

 

1593: Der Botanische Garten wird eingerichtet als Grundlage der Arzneimittelkunde, als Kräutergarten ("hortus medicus"). Der Garten ist einer der ältesten der Welt.

 

1686: Der Arzt, Anatom und Physiologe Johann Conrad Brunner errichtet ein erstes chemisches Laboratorium in der Medizinischen Fakultät.

 

1805/06: Eröffnung der Poliklinischen Anstalt. Erstmals bestand die Möglichkeit, die Medizinstudenten systematisch praktisch am Patienten auszubilden.

 

1818: Eröffnung der Chirurgischen Klinik.

 

1826: Neueröffnung der Poliklinik und starker Aufschwung der klinisch-praktischen Medizin in Heidelberg.

 

1858-1871: Herman (von) Helmholtz ist Professor der Physiologe und Direktor des Physiologischen Instituts. Durch die Berufung von Helmholtz trennen sich Anatomie und Physiologie in Heidelberg.

 

1876-1883: Bau des Klinikums an der Bergheimer Straße.

 

1899/1900: Beginn des medizinischen Frauenstudiums in Heidelberg.

 

1909: Der spätere Philosoph Karl Jaspers wird in Heidelberg zum Dr. med. promoviert und arbeitet seit 1909 als Volontärarzt an der Psychiatrischen Klinik. Mit seiner Habilitation für Psychologie (1913) wechselt er an die Philosophische Fakultät.

 

1910: Albrecht Kossel erhält den Nobelpreis für Medizin.

 

seit den 1920er Jahren: Gesamtplanung und Errichtung der Klinikbauten und Institute im Neuenheimer Feld, z.B. Chirurgische Klinik 1939, Kinderklinik 1966, Theoretikum 1974, Kopfklinik 1987, neue Medizinische Klinik 2004. Langfristig sollen alle Kliniken mit Ausnahme der Psychiatrischen Klinik vom Standort Bergheim ins Neuenheimer Feld übersiedeln und den Heidelberger Klinikring vervollständigen.

 

1933-1945: Medizinische Fakultät unter dem Einfluss der NS-Diktatur. Mehr als 20 Hochschullehrer werden aus so genannten „rassischen“ oder aus politischen Gründen vertrieben. In der Chirurgie und Frauenklinik kommt es zu Zwangssterilisationen. Kinder der Psychiatrischen Klinik werden der so genannten „Euthanasie“ zugeführt, d.h. ermordet. 

 

15. August 1945: Die Medizinische Fakultät nimmt als erste in Heidelberg den Lehrbetrieb wieder auf. 

 

2001: Einrichtung des Reformstudiengangs Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed).

 


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