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Wundinfektionen


3.3.7 Perioperative Antibiotikaprophylaxe

Eine perioperative Antibiotikaprophylaxe ist in der Lage, das Risiko von postoperativen Infektionen im Wundgebiet zu reduzieren.

Entscheidend für Beginn und Dauer der Antibiotikagabe ist, dass ab dem Zeitpunkt des Hautschnitts für die Dauer der Operation ein wirksamer Blut- und Gewebespiegel gewährleistet ist. Damit ergibt sich die Notwendigkeit der Verabreichung in einem Zeitintervall von 2 h bis spätestens 30 min vor OP-Beginn. Überschreitet die OP-Dauer 3-4 h, empfiehlt sich eine erneute Applikation. (Hierbei sind auch die Halbwertszeiten der eingesetzten Antibiotika zu beachten). Eine längere Anwendung von Antibiotika erbringt in der Regel keine besseren Ergebnisse im Sinne der Prophylaxe.
Auch unter dem Gesichtspunkt der Selektion und Resistenzentwicklung sowie möglicher Nebenwirkungen (Allergie, Immunsuppression, verzögerte Wundheilung) ist die Prophylaxe auf die Dauer der Operation zu begrenzen.

  • Perioperative Antibiotikaprophylaxe nur bei gesicherter Indikation. Die Auswahl des Antibiotikums richtet sich nach der Wirksamkeit gegen die häufigsten Wundinfektionserreger für die jeweilige Operationsart (Kat.IA).
  • Die initiale Dosis des Antibiotikums wird intravenös zu einem Zeitpunkt verabreicht, dass ausreichende Gewebewirkstoffkonzentrationen bei der Inzision und während der gesamten Operation erreicht werden (Kat.IA).
    (Ausnahme: Kaiserschnitt/ Applikation nach Abklemmen der Nabelschnur)
  • Keine routinemäßige Anwendung von Vancomycin zur perioperativen Prophylaxe
    (Kat.IB).

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