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Interprofessionelles Curriculum

Die Medizinische Fakultät Heidelberg bietet neben den Studiengängen Humanmedizin und Zahnmedizin den Studiengang Interprofessionelle Gesundheitsversorgung an, in dem sich Auszubildende der Pflege-, Therapie-, und Diagnoseberufe parallel zur Ausbildung akademisch auf die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung qualifizieren. Durch das studiengangübergreifende Curriculum wird eine besondere Lehr- und Lernkultur ermöglicht, die auf das spätere interprofessionelle Handlungsfeld vorbereitet.

Das kompetenzbasierte Curriculum orientiert sich an den nationalen curriculuaren Empfehlungen (NKLM, Masterplan 2020) und den internationalen Frameworks für interprofessionelle Lehre (Interprofessional Education, IPE) und Interprofessionelle Zusammenarbeit (Interprofessional Collaborative Praxis, IPCP).

Barrs Modell der professionellen Kompetenzen aus Interprofessional Education Collaborative Expert Panel (2011, S.13)

Professionsübergreifende Veranstaltungen, die bereits in interprofessionellen Teams entwickelt wurden, fokussieren auf gemeinsame Kompetenzbereiche und Ausbildungsinhalte.

Themenschwerpunkte:

  • Kommunikation
  • Teamarbeit in unterschiedlichen Settings
  • Evidenzbasierte Praxis
  • Arbeitsorganisation

Interprofessionelles Lernen mit Studierenden der Humanmedizin

Eine gute Zusammenarbeit der unterschiedlichen Gesundheitsberufe ist wichtig für eine effektive und patientenorientierte Versorgung im Gesundheitswesen.

Damit Schüler und Studierende der Gesundheitsberufe lernen im Berufsalltag miteinander zusammen zu arbeiten, werden gemeinsame Lehrveranstaltungen der Studiengänge Humanmedizin und Interprofessionelle Gesundheitsversorgung entwickelt und angeboten. Ziel ist die Förderung von Kompetenzen zur Zusammenarbeit, das gegenseitige Kennenlernen von Arbeitsbedingungen und die Entwicklung eines gemeinsamen Verständnisses für die spätere berufliche Tätigkeit.

Die unten genannten Lehrveranstaltungen werden in den beiden Studiengängen als interprofessionelles Angebot durchgeführt. Einige der Lehrveranstaltungen wurden im Rahmen der Förderung von Innovationen in der Lehre vom MWK (Sonderlinie Medizin) 2016-2018 entwickelt, implementiert, evaluiert und verstetigt. Basis für die Weiterentwicklung ist eine qualitative Bedarfsanalyse.

Artikel zur Bedarfsanalyse im GMS Journal for Medical Education

Übersicht über gemeinsame Veranstaltungen

Das Seminar wird seit dem WiSe 2013/14 jährlich angeboten.

Umfang: 28 UE (über 2 Semester)

Aufbauend auf vorhandenen Englischkenntnissen wird im ersten Semester das englische Vokabular der Physiologie und Pathophysiologie vermittelt und darüber hinaus Formulierungen für die professionelle und interprofessionelle Kommunikation geübt. Das zweite Semester vertieft erlerntes in Form eines interprofessionellen Journal Clubs, in dem die Studierenden Erfahrungen mit der Methode der Evidenzrecherche sammeln und sich mit wissenschaftlichen Publikationen in Kleingruppen auseinander setzten. Das Seminar wird von erfahrenen Dozentinnen (inkl. „native speaker“) geleitet und durch Tutorinnen und Tutoren beider Studiengänge unterstützt.

Das Seminar wird seit dem WiSe 2016/17 jährlich angeboten.

Umfang: 30 UE

Betriebswirtschaftliche Grundlagen sind für das Handeln im Gesundheitswesen unverzichtbar. Selbstständigkeit stellt sowohl für Absolventen der Humanmedizin als auch der Interprofessionellen Gesundheitsversorgung eine besondere Herausforderung dar. In einem interprofessionellen Setting wird in Form eines Planspiels ein Businessplan erarbeitet. Betriebswirtschaftliches Wissen, vernetzte Zusammenhänge und teamorientierte Arbeitsweisen werden durch erfahrene Dozentinnen und Dozenten in der Schnittstelle von interprofessioneller Gesundheitsversorgung und betriebswirtschaftlichen Denken vermittelt.

Tutorinnen und Tutoren erfüllen in den Curricula der Humanmedizin und der Interprofessionellen Gesundheitsversorgung eine wichtige Aufgabe des Peer-Teachings. Das 2010 implementierte modulare Schulungsprogramm für Tutorinnen und Tutoren an der Medizinischen Fakultät Heidelberg wird seit 2016 interprofessionell für beide Studiengänge angeboten. Studierende erwerben die erforderlichen Fertigkeiten der Didaktik, Kommunikation und Gruppenführung in drei von Dozierenden beider Studiengänge geleiteten Blöcken.

Das Seminar wird seit dem WiSe 2012/2013 in Kooperation der beiden Studiengänge und seit dem WiSe 2018/19 zusätzlich in Kooperation mit der Gesundheits- und Krankenpflegeschule der Akademie für Gesundheitsberufe gGmbH angeboten.

Umfang: 6 UE

Kommunikation ist eine elementare Voraussetzung für gelingende Zusammenarbeit. Dies gilt insbesondere in interprofessionellen Teams. In einem Szenario der klinischen Entscheidungsfindung machen die Studierenden in Gruppenarbeiten und Rollenspielen die Erfahrung, was zu einer gelingenden Kommunikation beiträgt und erwerben Kenntnisse über die theoretischen Hintergründe von Teamarbeit und den eigenen professionellen Rollen. Das Seminar wird von erfahrenen Dozentinnen und Dozenten beider Studiengänge begleitet.

Das Seminar wird seit dem WiSe 2013/14 jährlich angeboten.

Umfang: 8 UE

„To err is human“ – Fehler passieren, auch in der Gesundheitsversorgung. Wie man in interprofessionellen Teams Fehler erkennt, analysiert und kommuniziert ist nicht selbstverständlich und hängt maßgeblich von der „Fehlerkultur“ eine Institution ab. Studierende beider Studiengänge werden in dieser Lehrveranstaltung dafür sensibilisiert, mögliche Fehlerquellen zu erkennen und ihnen in realitätsnahen Übungen zu begegnen.

Die Hospitationen werden seit dem SoSe 2017 interprofessionell angeboten.

Umfang: 6-8 UE

Eine Hospitation auf einer Palliativstation bietet Studierenden der Humanmedizin und der Interprofessionellen Gesundheitsversorgung die Möglichkeit, sich in einem supervidierten Rahmen mit dem Thema Tod und Sterben auseinander zu setzen. In den Hospitationen werden Studierende unterschiedlicher Profession in Tandems/Tridems zusammengeführt und erhalten gemeinsam eine Einführung in den Stationsalltag auf einer Palliativstation. Anschließend findet ein Gespräch mit einer palliativ versorgten Patientin/einem palliativ versorgtem Patienten statt. Die Erfahrungen werden mit erfahrenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Palliativstation sowie dem interprofessionellen Dozierenden-Tandem reflektiert.

Das Wahlmodul/Wahlpflichttrack wird seit dem SoSe 2018 angeboten.

Umfang: 28 UE

Komplementäre und integrative Medizin sind ein originär interprofessionelles Handlungsfeld. Seit dem Sommersemester 2018 lernen Studierende der Humanmedizin und der Interprofessionellen Gesundheitsversorgung fallorientiert den Einbezug der verfügbaren Evidenz im Kontext der patientenorientierten Versorgung unter dem Blickwinkel aller beteiligten Professionen.

Das Seminar wird seit dem SoSe2017 angeboten.

Umfang: 8UE

In dem Seminar werden Strategien zur Gewährleistung und Verbesserung der Patientensicherheit in der Gesundheitsversorgung in interprofessionellen Teams geübt. Das Seminar richtet sich an Studierende, die bereits  über eigene Praxiserfahrung verfügen, welche in Form von Rollenspielen und digitaler Medizin in interprofessionellen Gruppen reflektiert werden.

Gemeinsam Verantwortung für die Patientenversorgung unter Realbedingungen übernehmen. Auf der HIPSTA lernen  vier Studierende der Humanmedizin im Praktischen Jahr  und vier Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege im 3. Ausbildungsjahr „von, mit und übereinander“ in einem Einsatz von drei bis fünf Wochen auf einer viszeralchirurgischen interprofessionellen Ausbildungsstation.

Projekte in Entwicklung

Interprofessionelle Dozentenschulung

Ziel des Projektes „IP Dozentenschulung“ ist es, die Qualität der Lehre zu verbessern, indem Dozierende für das Thema Interprofessionalität sensibilisiert werden und didaktische Methoden aufgezeigt bekommen, die es ihnen ermöglichen, Studierende an das Thema heranzuführen. Hierzu soll ein mehrstufiges Programm entwickelt und implementiert werden, das zum einen im Sinne einer Basisschulung auf niederschwelligen Niveau den interprofessionellen Gedanken auf in monoprofessionelle Veranstaltungen transferiert und zum anderen intensivierend auf Fortgeschrittenenniveau didaktische Methoden für interprofessionelle Kurse vermittelt.

IP Passport

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines Konzepts für den Erwerb eines „interprofessionellen Passes“ in Anlehnung an den „Interprofessional Passport“ des Interprofessional Education and Research Centre der University of Western Ontario, London, Kanada (Menu of IPE activities for students). In einer Arbeitsgruppe aus Lehrkoordinatoren/-innen und Mitarbeitern/-innen der Interprofessionellen Gesundheitsversorgung, Humanmedizin, Zahnmedizin und Akademie für Gesundheitsberufe sollen Kriterien erarbeitet werden für die Vergabe von IP Credit Points an Lernende aller Gesundheitsberufe, die an interprofessionellen Lehrveranstaltungen teilnehmen.

Ausbau des Curriculums

Für eine Verbesserung der Patientenversorgung und zur weiteren Entwicklung des professionsübergreifenden Arbeitens soll das Kursangebot im Bereich der interprofessionellen Lehre verstetigt und ausgebaut werden, das unterschiedliche interprofessionelle Kompetenzen adressiert. Zur Umsetzung der LV ist es notwendig und sinnvoll, Auszubildende des Universitätsklinikums Heidelberg, deren theoretische Ausbildung in der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg (AfG) stattfindet, mit in Lehrangebote einzubeziehen.

Langfristig soll die Verstetigung bereits bestehender Lehrangebote und die Implementierung neuer curricularer Schnittstellen zu einem Ausbau des Curriculums und der Sicherstellung eines Interprofessionellen Lehrangebots für alle Studierenden der Medizinischen Fakultät führen.

Bereits identifizierte Schnittstellen sind u. a.

  • Einsatz digitaler Medizin in Form von Inverted Classrooms und Virtuellen Patienten
  • Interprofessionelles Notfalltraining
  • Berufsfelderkundung
  • Interprofessionelles POL

Ihre Ansprechpartner

PD Dr. med. Jobst-Hendrik Schultz (MME)

Psychosomatischer Konsil- und Liaisondienst


Portrait von Dr. med. Stefan Mohr
Dr. med. Stefan Mohr

Oberarzt (Klinik für Anästhesiologie)
Lehrbeauftragter (Klinik für Anästhesiologie)
Wiss. Mitarbeiter (AG Sektion Notfallmedizin)

Schwerpunkt

Lehrkoordinator HeiCuMed Block II Chirurgie,
Lehrbeauftragter Anästhesiologie


Anika Mitzkat, M.Sc.
Schwerpunkt

Wissenschaftliche Mitarbeiterin


06221 56-8184